Zum barocken Marienportal in der nördlichen Friedhofmauer führte bis 1960/61 eine zwölfstufige Freitreppe. Toskanische Pilaster über hohen Sockeln aus gebändertem Tuffquaderwerk tragen über einer doppelten Frieszone und weit vorkragendem Kranzgesims einen Segmentbogen. Am gesamten Objekt zeigen sich Salzausblühungen aufgrund des undichten Daches. Sichtbar sind statische Schäden auf der Ost-Seite. Die Tuffsteine haben keine Verbindung zum Tor und neigen sich nach aussen. Zur Behebung der statischen Mängel erfolgte der Ausbau der losen Steine und anschliessend der korrekte Wiedereinbau. Die Rückseite der Steine und die Fugen wurden mit stark haftendem Klebemörtel versehen. Zusätzlich wurden an allen statisch relevanten Punkten neue Verankerungen platziert. Ebenfalls entfernte man alle mürben Fugen, Steinausbrüche und alte Mörtelergänzungen. Diese Fehlstellen wurden mit Klebemörtel vorgefüllt. Wo es möglich war, wurden Hohlstellen im Innern der Tragesäulen hinterfüllt. Der poröse Tuffstein bildet den idealen Nährboden für vegetativen Bewuchs, welcher mit Feinwerkzeug entfernt und der Nährboden ausgeräumt wurde. Starke Oberflächenverschmutzung durch Russ (Abgase), konnten mit dem Hochdruckreiniger grösstenteils entfernt werden. Auf die vorgefüllten Fehlstellen erfolgte der Aufbau mit Restaurierungsmörtel. Die Oberfläche erhielt eine dem Stein angepasste Strukturierung. Alle Fehlstellen und Ergänzungen wurden mittels Kalk-Kasein-Farbe zurückhaltend integriert, so dass die Oberfläche ein ruhiges Erscheinungsbild ergibt.
Entfernung von vegetativem Bewuchs
Strukturierter Klebemörtel als Vorfüllung
Aufbau mit Restaurierungsmörtel
Entfernung des sienafarbenen Kalk-Kasein Anstrichs
Links bestehender Anstrich, rechts nach Freilegung
Marientor: vor der Restaurierung
Marientor: nach der Restaurierung
Pfarrkirche Glis, barocke Marienskulptur in Sandstein, um 1700
Zum barocken Marienportal in der nördlichen Friedhofmauer der Pfarrkirche Glis gehört eine barocke Madonnenfigur aus Sandstein, datiert um 1700. Das derzeitige Schadensbild zeigt eine stark verwitterte Beschichtung aus Pinselputz. Am Rock-Saum brechen grosse Schollen der Ergänzungen ab. Der Sandstein auf Kniehöhe ist mürbe. Zahlreiche Risse und Abplatzungen bestehen vor allem im unteren Bereich. Zur Sicherung wird der Sandstein erneut mit Steinfestiger behandelt. Die mürben Ergänzungen werden entfernt und durch stabilen Klebemörtel ersetzt. Die Modellierung der Konturen erfolgt in Restaurierungs-Mörtel, der auf den Farbton des originalen Sandsteines eingefärbt wurde. Ebenfalls im selben Farbton erfolgt der zweifache Anstrich des Pinselputzes.
Vor der Restaurierung: stark verwitterte Oberfläche